Trans Thuringian Forrest

Da träumt man von der Transalp und hat noch nicht mal in der Heimat den Thüringer Wald überquert….

Als ich am Morgen nach dem Wetter schaute, nicht per App auf dem Smartphone sondern mit einem Blick aus dem Fenster, war ein wenig Sonnenschein durch den Dunst zu sehen und ein paar blaue Tupfer waren am Himmel.

Ein kurzer Gedankenblitz…. ich verwarf ihn wieder. Oder doch? Ich war noch niemals…. zu weit. Doch nicht. 

Doch als ich mit Komoot eine Route zum Ziel prüfte war das überraschend gar nicht so weit. Der schnellste Weg über den Kamm des Thüringer Waldes, über den Rennsteig, für mich der Weg nach Suhl.
Mit ein wenig Kentniss der Routen auf meiner Seite des Rennsteiges und der guten Hilfe von angegeben MTB Highlights auf Komoot hatte ich schnell die Strecke fertig. 84 Kilometer. Echt nicht weiter? Kein großes Ding. Bis auf……. 

Sachen zusammensuchen. Das erste mal nach diesem Traum Sommer in dicker Montour. Lang, länger…. warm anziehen. Die Wetterstation Schmücke berichtet von 1 Grad Celsius. Utensielen Checken…… anziehen.

Da biste Platt

Das Rad mit einem halben Plattfus vor der Abfahrt finden. Wie uncool. Wenn es wengistens ganz platt gewesen wäre, dann wäre das ein Zeichen gewesen von einem dicken Ding im Schlauch. Aber nur so ein bisschen Luft raus….. Also Reifen ab, Schlauch raus. Markieren. Ab ins Wasser. Loch gefunden. Wieder anlegen und am Reifen suchen. Puuuuuh gefunden. Was eine fiese kleine nadelartige Spitze. Ein neuer Schlauch wäre sofort wieder dran gewesen. 

Heute muss ein Flicken her. Nur noch ein Ersatzschlauch, der wird für den Ride gebraucht, ein Umweg über den Laden würde die Tour nur stören. Ordentlich machen, in aller Ruhe. Gummilösung 5 Minuten ablüften lassen. Der Flicken klebt. Diese Dinger sind einfach genial.

Hinweg

Über bekannte Wege gehts durch den Stadtwald. Hier wird gerade eine Treibjacht vorbereitet, hoffentlich knallt mich keiner ab. Soll ja vorkommen.

Nach dem Sturm im Stadtwald

Weiter nach Gehren. Schobsetal. Dreiherrensstein. 
Es wird kalt!
Rennsteig. Bahnhof. Rennsteig Kreuzung. Rennsteig Wurzerlsteig. Bis hierhin alles bekannt. Es fliegt.
Doch wir haben Westwetter. Auf der anderen Seite des Thuringian Forrest staut sich das schlechtere Wetter. Nebel, Wolken, es wird sau kalt. Noch ein Stück der RennsteigrideRoute und dann kommt der gigantische Ausblick Richtung Westen.

Blick zum Mordfleck

Weiter am Skihang Goldlauter vorbei. Dann auf den Steinhorstweg abwärts nach Suhl. Doch halt……..

Der Steinhorstweg

Der Steinhorstweg ist ausgezeichnet als Rad und MTB Weg. er führt direkt hinab nach Suhl und eigentlich könnte man hier hinab echt Spaß haben.

Liebe Wegebauer. Wenn ihr einen „Radweg“ auf Vordermann bringt ist das eine coole Sache. Doch was echt garnicht geht ist einen Radweg mit Schotter aufzufrischen und diesen nicht zu verdichten. Und ich bin da jetzt kein Weichei, und mit einem Mountainbike bin ich ja noch gut dran. Was will aber ein Radwanderer hier machen mit einem Tourenrad. Er wird da hinunter schieben! Nehmt euch nach solchen Aktionen doch selber mal ein Rad unter den Allerwertesten und versucht euch selber mal an diesem Eiertanz. Probiert aus was ihr uns da hinterlasst. Das kann echt nicht euer Ernst sein.

Abwärts war ich hier heute langsamer als in der Ebene. Isch schwör!

Der Steinhorstweg

Nach dem Dilemma auf dem Steinhorstweg bin ich trotzdem gut in Suhl angekommen. Ich bin echt 3 mal fast gestürzt denn zum losen Schotter kommt erschwerend noch das Laub was den wahren Untergrund verbirgt. Und ich habe ja keine Angst vor Sachen die ich sehe, ich habe mehr Angst vor Sachen die ich nicht sehe….

Die Rosenkopfstraße

Nach einer kleine Stadtrundfahr in Suhl ging es den Radweg Richtung Oberhof, dann zweigt die Route aber ab und schlägt eine geniale Richtung ein. Die Rosenkopfstraße. Sie steigt sanft und stetig an, immer wieder sieht man auf den gegenüberliegenden Bergen den Skilift Goldlauter oder das Ringberghotel. Es ist weit bis wieder hoch zum Rennsteig, aber es macht Spaß. 
Manchmal ist es schöner bergauf als bergab. Das verstehen nicht alle. Und manche schütteln sicher den Kopf drüber. Fahre ich Bergab bin ich fokusiert auf den Weg, ich fahre schnell, will nicht stürzen. Alles was ich sehe ist der Trail vor mir.
Fahre ich uphill, so geht das langsam, man fährt nicht so vorausschauend. Man hat viel mehr Gelegenheiten die Umgebung und Natur aufzusaugen. Man verschmiltzt mit dem Weg. Der Blick geht schon mal durchs Blätterdach zum Himmel. Kann man sich downhill meist nicht erlauben!

Die Aussichten auf der Rosenkopfstraße sind einfach …. woooow.

Der schönste Ausblick auf dieser Tour war für mich in der Nähe des Triefenden Steins. Ein Blick auf Goldlauter. Oft gehört, ich glaube gesehen habe ich diesen Ort noch nie im Leben zuvor.

Heimwärts

Ab der Suhler Hütte war ich wieder auf total vertrauten Gebiet und ab hier ging es rasant heimwärts. Schmücke – Mönchhof – Schöffenhaus. Das alles fliegt nur so vorbei und in 30 Minuten ist man zurück in Ilmenau. Radweg, Ilmtal, ab nach Hause. Schluss… Duschen!

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